Yoga als Methode. Nicht als Religion.

Balance ist kein Rezept: Warum du dein Gleichgewicht nicht findest, sondern gestaltest

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1–2 Minuten

Ich habe so lange danach gesucht, mein Gleichgewicht zu finden. Die richtige Routine, die richtige Ernährung, die richtige Yogapraxis. Mehr Ruhe, mehr Wissen, mehr Recherche, mehr philosophische Konzepte, mehr Meinungen und bessere Tools, um diesen Zustand zu erreichen.

Ich habe versucht, etwas zu finden, womit ich endlich ein für alle Mal meine innere Balance herstellen und halten kann.

Am Ende ist das Gegenteil passiert. Keine Ruhe, sondern mehr Druck, innere Erwartungshaltungen und letztendlich mehr Stress.

Denn Balance ist kein gelingsicheres Rührkuchenrezept, das du dir einmal abspeicherst und dann immer wieder genau so machst, um jedes Mal den gleichen perfekten Kuchen aus dem Ofen zu holen.

Balance ist etwas, das man bewusst gestaltet. Etwas, das immer wieder anders aussieht und immer wieder auf andere Weise entsteht. Natürlich gibt es Tools und Wege, die du im Laufe der Zeit für dich findest und die gut für dich funktionieren. Aber es gibt kein sicheres Gelingrezept, denn wir sind Menschen, und nicht jeder Tag, jede Phase und jeder Moment ist gleich.

Manchmal hilft uns ein Spaziergang in der Natur mehr als ein Workout oder Krafttraining zu Hause, um uns wieder im Gleichgewicht zu fühlen. Und manchmal brauchen wir genau das intensive Kraft- oder Ausdauertraining, um Stress loszulassen. Manchmal hilft uns ein Gespräch mit der besten Freundin und manchmal ist ein Lazy Day auf der Couch genau das Richtige.

Was für dich richtig ist, ist individuell und auch hier von Tag zu Tag verschieden.

Und um hierfür wieder ein besseres Gefühl zu bekommen und dich selbst zu hören, ist es hier als erster Schritt vor allem wichtig, wieder mehr in echten Kontakt mit dir selber kommen. 

Wie du heute herausfindest, was du brauchst

Genau deshalb beginnt jede meiner Yoga-Einheiten nicht mit einer festen Übung, sondern mit einer kurzen Frage: Was brauche ich heute?

Nimm dir einen Moment, schließ die Augen und atme ein paarmal ruhig ein und aus. Dann spür in deinen Körper hinein: Wo bist du angespannt? Bist du eher müde oder eher unruhig? Was würde dir jetzt guttun?

Die Antwort ist jeden Tag ein bisschen anders. Und das ist genau richtig so.

Deine Eva